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Ethischer Kodex der IEA

International Enneagram Association

Die Ennea­gramm-Idee ist in erster Linie ein Instrument zur Verbesserung der Selbsterkenntnis und zur Entwicklung der Persönlichkeit

Wenn wir bewusst auf unsere eigenen Motive und unser Verhalten achten, hilft uns das, die zu unserem Ennea-Muster gehörenden Fallen zu umgehen. Zur Selbsterkenntnis gehört eine kontinuierliche Achtsamkeit für unser Verhalten und für unsere Abwehrmechanismen. Entwicklung erfordert von uns den Mut, uns gegen den Strom unserer Gewohnheiten zu richten.

Wir können füreinander eine Quelle der Ermutigung sein

Die Ennea­gramm-Idee lädt uns ein, aus dem Gewohnheitsmäßigen und der einförmigen Wiederkehr unserer Abwehrstrukturen aufzuwachen, und uns an unsere Anderheit zu erinnern. Wir können die Würde wieder spüren, die in der Verschiedenheit liegt, mit der wir in der Welt sind. Eine Haltung offenen Gesprächs ist einer Einengung durch Theorien und Doktrinen vorzuziehen.

Ermögliche es anderen, sich selbst zu erkennen

Die Ennea­gramm-Idee hat tiefgehende Wirkungen auf Menschen. Es ist besser, andere Menschen ihr Ennea-Muster selbst entdecken lassen, anstatt zu glauben, dass wir sie besser kennen als sie sich selbst. Achte sorgfältig auf ihre Reaktionen und darauf, wie sich das Bild, das sie von sich selbst haben, verändert. Gehe ebenso sorgfältig mit ihrem Bedürfnis um, die neuen Informationen allmählich zu verarbeiten.

Ein Ennea-Muster beschreibt den Menschen nicht vollständig

Das Ennea-Muster sagt weder etwas über die tatsächliche Lebensgeschichte eines Menschen noch über die Qualität seines Charakters, seiner Intelligenz oder seiner Begabung aus. Menschen sind mehr als ihr Muster. Im beruflichen Kontext ist es besonders wichtig, dies im Bewusstsein zu behalten.

Die Enneagramm-Idee ist ein wichtiges Instrument, unser Mitgefühl zu steigern

Wenn wir die Intentionen und die inneren Logiken anderer Ennea-Muster begreifen, gehen wir vorsichtiger miteinander um: Verachtung, Vorverurteilung und Erniedrigung werden seltener. Höre genau auf die individuelle Geschichte: Wir kennen einen Menschen nicht schon deshalb, weil wir wissen, welches Ennea-Muster er hat. Die Verwendung von Stereotypen ist Zeichen einer bornierten Haltung. Sie macht uns glauben, dass wir bereits über die Motive und Einstellungen eines Menschen Bescheid wüssten. Die Neigung zum Stereotyp entsteht hauptsächlich aus negativen Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit mit einem Menschen dieses Musters gemacht haben. Sie engt sein Wachstum und die Möglichkeiten ein, die gerade in diesem Moment vorhanden sind.

Die Enneagramm-Idee befindet sich in einem fortwährenden Entstehungsprozess

Viele haben zu seiner Entstehung beigetragen, und Weitere werden das in Zukunft tun. Würdige deshalb die Beiträge, die andere geleistet haben, ausdrücklich. Nenne deine Quellen und gib den Autoren die Ehre für ihre Originalität und für die Mühe, die es sie gekostet hat. Halte dich selbst für einen Studierenden dieser Idee. Fördere so eine kollegiale Atmosphäre der Zusammenarbeit und des Austauschs von Informationen.

Kein Mensch besitzt die Enneagramm-Idee

Die Ennea­gramm-Idee kann nicht kontrolliert, monopolisiert oder aus der öffentlichen Diskussion herausgehalten werden. Jeder Versuch, ihren freien Austausch und ihre Entwicklung zu beschränken, steht im Widerspruch zum Geist der Befreiung und der Ermutigung, den gerade diese Idee verkörpert.

Das Wagnis seelisch-geistiger Entwicklung

Die Enneagramm-Idee ermutigt uns, den Prozess seelisch-geistiger Entwicklung zu wagen. So können wir lebende Beispiele für ehrliche Selbstreflexion und tatsächliche Entwicklung werden.

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