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Ich bin ein Mensch des Musters NEUN

Das Enneagramm kam durch meinen Mann in mein Leben. Ich habe mich an seiner Begeisterung dafür erfreut, aber weiter habe ich mich zunächst nicht davon beeindrucken oder gar mitreißen lassen. Ehrich gesagt, fand ich diese Idee insgeheim ziemlich unmöglich! Die Menschen in nur neun Muster zu teilen! Dafür sind sie doch alle viel zu unterschiedlich. Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu! Geht gar nicht! Gesagt habe ich es ihm aber nicht. Ich wollte seine Freude daran nicht mindern oder gar kaputtmachen. Und wahrscheinlich wollte ich vor allem einer Diskussion, einem Konflikt aus dem Weg gehen. Das mache ich oft. Lieber mit meiner Meinung hinter dem Berg halten, als einen vermeintlich vorprogrammierten Konflikt heraufbeschwören. Dabei bedeutet Konflikt für mich schon, zu kritisieren und verschiedener Meinung zu sein. Dann die Anstrengung, meine Meinung zu vertreten. Da lass ich es lieber gleich sein. Ist ja nicht so wichtig. Es interessiert ja wahrscheinlich eh keinen.

Seit mir das klar geworden ist – und dazu hat mir das Wissen um mein Muster geholfen – versuche ich, es anders zu machen, stelle mich der Anstrengung, meine Meinung zu bilden und sie kundzutun. Nicht immer, aber ich überlege genau, ob es mir in dieser Situation, mit diesem Menschen und zu diesem Thema wichtig ist. Denn tue ich es nicht, handle ich gegen mich. Und auch gegen den Anderen. Interessant für mich ist dabei zu erleben, dass die Menschen, die mich schon lange kennen, das nicht gewohnt sind. Hinzu kommt, dass ich natürlich darin nicht so geübt bin, und so gibt es immer mal Beschwerden darüber, weshalb ich so vehement sei. Ich muss dann sehr aufpassen, mich von meinem Vorhaben nicht abbringen zu lassen, da Rückmeldungen dieser Art an mein eh schon niedriges Selbstwertgefühl gehen und mich geradezu dazu einladen, mich wieder schön still zu verhalten. Quasi wie die inzwischen ja schon legendäre „tote Fliege, die im Muster der Tapete verschwindet" (Naranjo). Die wäre ich dann gerne! Mir hilft, dran zu bleiben und mich daran zu erinnern, dass es ohne die Rückmeldung des Anderen nicht geht. Nur weil er meine Meinungsäußerung zu heftig findet, heißt es ja nicht, dass ich es gar nicht tun soll. Ich muss nur üben, es vorsichtiger zu tun. Ich habe gerade das Bild einer Schnecke vor Augen, die zaghaft ihre Fühler ausstreckt und dabei dummerweise ständig irgendwo gegen donnert. Und zack: sich schnell wieder in ihr Haus verkriecht und damit nichts von der Welt sieht, nichts mitbekommt, übersehen wird und nicht teilhat.

Da die Begeisterung für das Enneagramm bei meinem Mann nicht abebbte, begann ich, aus Liebe zu ihm, mich etwas mehr darauf einzulassen und in den Büchern (vornehmlich von Wilfried Reifarth) zu blättern und hier und da auch zu lesen. Die Abwehr in mir gegen das Enneagramm war noch immer deutlich vorhanden. Dabei stieß ich auf den Vergleich mit den Bäumen aus dem 2. Buch von W. Reifarth. Das stimmte mich der Enneagramm-Idee gegenüber milder. Den Gedanken, dass die verschiedenen Baumarten die Muster darstellen und jeder Baum dennoch einzigartig und individuell ist, konnte ich mir gut vorstellen.

Ich blieb dran, jedoch skeptisch und wachsam. Mit der Zeit und je mehr ich mich mit dem Enneagramm beschäftigte, erlebte ich, dass das Enneagramm mir geholfen hat, mich viel besser, genauer und tiefer zu verstehen, als alles, was ich zuvor kennengelernt hatte (ich habe Soziale Arbeit studiert, da gehören Methoden der Selbstreflexion, Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis aus verschiedenen Fachbereichen dazu). Und das Enneagramm hat mir, mehr als alles andere, die Möglichkeit gegeben, mich wirklich wahrnehmbar zu entwickeln und zu verändern, hin zu einem zufriedeneren und glücklicheren Leben.

Dieses Leben ist nicht unanstrengend. Wenn ich so darüber nachdenke, würde ich sogar sagen, dass es anstrengender ist als vorher. Und dabei habe ich mir Entwicklung immer so toll vorgestellt. Das alles besser und einfacher wird. Allerdings muss ich zugeben, war das ganz klar eine Phantasie von mir. Ich habe nie jemanden getroffen, der das gesagt oder behauptet hat. Das war für mich schon eine herbe Enttäuschung, als ich das irgendwann begriffen hatte.

Nun, mittendrin mit all dem Wissen, gibt es kein Zurück mehr. Es geht einfach nicht. Wie kann ich mich absichtlich totstellen, wenn ich weiß, dass ich damit gegen mich handle? Ja, automatisch und unbewusst passiert es natürlich immer noch. Ständig. Das Wissen allein macht ja nicht, dass man plötzlich alles ganz bewusst tut und auf die Reihe kriegt. Bei mir jedenfalls nicht. Dranbleiben, sich anstrengen, üben ist gefragt. Das ist mit einem Mittagsdämon (Achtlasterlehre, siehe 1. Buch W. Reifarth) im Gepäck echt nicht so einfach. Der flüstert mir ständig solche Fragen ein: „Bist du sicher, dass sich die Anstrengung lohnt?" „Wofür?" „Willst du dich nicht erstmal ausruhen und darüber nachdenken?" Allein diese Fragen zu hören (ich habe noch nicht mal angefangen, über die Fragen nachzudenken), macht mich schwer und müde. Nicht nur körperlich, auch energetisch und geistig.

Da hilft mir sehr, mich daran zu erinnern: all die Anstrengung bewirkt, dass ich mich - erst einmal in Aktion (der schwerste Schritt ist, das Laufrad in Schwung zu bringen und zu beginnen) - fitter, wacher und lebendiger fühle. Ich bin stärker am Leben beteiligt, auch wenn ich Blessuren einstecke und selber welche verteile. Ich kann mir zumindest zu Gute halten, dass ich sie nicht mit bewusster Absicht verteile oder gar Freude daran habe, dies zu tun. Ich bin diesbezüglich dankbar für (achtsame) Rückmeldungen. Auch wenn es mir schwerfällt. Kritik bekommt vermutlich niemand gerne. Mir fällt Kritik zu bekommen insofern schwer, weil ich mich selber eher damit zurückhalte. Ein Grund ist, dass ich ungerne jemandem zu nahe treten und kränken möchte. Ein weiterer Grund ist, dass ich denke, dass jeder Fehler macht. Wie kann ich jemanden kritisieren, und dann gar noch in einem Punkt, den ich selber nicht draufhabe? Wenn sich jeder um sich selbst kümmern würde, ist ja für alle gesorgt. Und so fühle ich mich oftmals insgeheim ungerecht behandelt, wenn mich jemand kritisiert. Ich versuche das zu verbergen, denn ich weiß ja, dass es ein notwendiger Hinweis ist, den ich gerne annehme, um mich überprüfen zu können. Doch das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, verschwindet damit nicht einfach. Und so sammle ich es an, selbst von mir unbemerkt. Irgendwann sind all die kleinen Ungerechtigkeitsgefühle zu einem großen Wutball in mir geworden und der schießt dann raus, explodiert wie ein Vulkan. Tja, die Rechnung geht also nicht ganz auf. Ohne das Du, ohne eine achtsame Rückmeldung durch den Anderen (im Sinne Bubers „Ich und Du"), geht es nicht. Und das beruht auf Gegenseitigkeit: auch ich muss aktiv sein und darf mich nicht hinter vermeintlicher Konfliktvermeidung verstecken.

Ein weiterer Grund dafür, selbst wenig zu kritisieren, ist die damit unbewusst verbundene Hoffnung, von möglichst viel Kritik verschont zu bleiben. Quasi eine Art unbewusster Selbstschutz. Dieser Gedanke ist mir gerade erst gekommen und ich kann noch nicht sagen, ob das tatsächlich so ist. Ich werde es beobachten.

Zurück zu meiner Enneagramm-Geschichte: Schließlich konnte ich die Skepsis ablegen und Vertrauen in die Idee geben. Das begann mit meiner Teilnahme am Angehörigen-Seminar in der Enneagramm-Lehrer-Weiterbildung meines Mannes, gefolgt von seinem Projekt in dieser Ausbildung, ein Enneagramm-Einführungs-Seminar, zu welchem ich ihn begleitete. Das war beides unglaublich toll! Zu sehen, wie sehr das Enneagramm die Menschen berührte und bewegte, Erkenntnis und Erleichterung auf ihre Gesichter zauberte! Davon wollte ich mehr wissen und verstehen!

Auf der Suche nach meinem Muster-Zuhause (ich hatte bereits ungefähr zwei Jahre versucht, es zu finden) bekam ich unschätzbar wertvolle Hilfe von Wilfried Reifarth. Er ging Muster für Muster mit mir durch, beschrieb und erklärte, beantwortete jede Frage und vermeintliche Ungereimtheit. Und schließlich ganz am Ende stand die Vermutung im Raum, ich könnte ein Mensch des Musters NEUN sein. Unglaublich! Daran hatte ich nun wirklich nicht gedacht. Eine lahme Ente, die träge auf dem Sofa hängt, Chips in sich reinfuttert und das Leben mit Fernsehen von sich hält – das soll ich sein? Niemals!

Hier habe ich begriffen, dass Lesen allein absolut nicht reicht! Nur Theorie nützt gar nichts. Die praktische Erfahrung wird dringend benötigt. Und die hat Wilfried mir durch die Schilderungen von Erlebnissen anderer NEUNen gegeben. Endlich habe ich verstanden, dass es nicht um Trägheit, sondern Acedia geht und was der bedeutende Unterschied ist. Das ich mit all meinem komplizierten Denken und hyperaktiven Tun ständig meine Gefühle, meine Innerlichkeit abstumpfe, das Wesentliche, nämlich mich selbst, vermeide. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen! Ich habe plötzlich so unglaublich viel von mir verstanden! Was für ein Geschenk! Ich fühlte mich aus der Schublade herausgeholt, nicht hineingesteckt! Und das ist bis heute so.

Das Enneagramm gab und gibt mir die Möglichkeit, sehr viel über die Unterschiedlichkeit der Menschen zu lernen und etwas darüber, was „normal" bedeutet. Bis dahin hatte ich kaum eine Vorstellung oder ein Gefühl davon, was „normal" ist. Ich habe ständig bei den anderen geguckt und Verhaltensweisen und Ansichten abgeglichen oder gar übernommen. Die Angst, ich sei nicht „normal" und könnte damit nicht mehr dazugehören, war zu groß, um meine eigenen Gedanken und Gefühle wirklich zu erforschen, zu erkennen, zu ihnen zu stehen und ihnen entsprechend zu leben. Das ist bis heute eine Aufgabe, die mir viel Aufmerksamkeit und „bei mir sein" abverlangt.

Das Enneagramm macht natürlich nicht, dass es keine Auseinandersetzungen im Zwischenmenschlichen mehr gibt. Aber die Qualität verändert sich damit deutlich. Dadurch, dass jeder sich selber und den Anderen viel besser verstehen kann, findet in den Auseinandersetzungen Veränderung statt. Man steckt nicht mehr ewig an den immer selben Grenzen fest, sondern hat mit dem Enneagramm ein Handwerkszeug, um Stück für Stück diese Grenzen zu erweitern.

Das Enneagramm war und ist mir nicht nur eine Hilfe in meiner Partnerschaft, sondern auch zu anderen Menschen wie unseren Kindern, Eltern, Geschwistern und Freunden. Auch wenn sie das Enneagramm kaum oder nicht kennen, gibt es mir trotzdem die Möglichkeit, mich in konfrontativen und ego-aktivierenden Situationen zu beobachten und zu verstehen und damit zu entscheiden, ob ich mich anders – und wenn ja – wie anders verhalten will. Wenn es mir schließlich noch gelingt, die neue Verhaltens-möglichkeit auch umzusetzen, also von der Theorie in die Handlung zu kommen, bringt es in der Regel Konstruktivität mit sich.

In meiner Arbeit als Sozialarbeiterin spielt das Enneagramm ebenfalls eine große Rolle. Meistens nehme ich es verdeckt zur Unterstützung meiner Klienten zu Hilfe. Oftmals erzähle ich ihnen vom gleichwertigen Unterschied der verschiedenen Bäume. Damit können viele etwas anfangen und es hilft ihnen zu verstehen, dass weder der Andere noch sie selbst unnormal, sondern einfach bloß anders sind. Das erleichtert nicht nur, das trägt sogar zur Gesundung bei! Als würden die Bäume anfangen zu blühen, erblühen durch Verstehen und daraus resultierendes Verständnis und Akzeptanz ihre Gesichter, ihre Beziehungen zu sich selbst und zu ihren Mitmenschen.

Die Beschäftigung mit dem Enneagramm brachte auf besondere Weise das Erwachen meines Selbstbewusstseins mit sich und, damit einhergehend, eine Bewusstheit meines Selbstwerts. Nicht, dass ich mich zuvor als nicht-selbstbewusst und selbstwertlos erlebt hätte. Das vermute ich nicht. Aber mein eigenes Empfinden und inneres Erleben davon hat sich mit dem Enneagramm-Wissen verändert. Insbesondere so, dass ich viel mehr in die Tat kommen und mich zeigen kann. Unsicherheit und Unglaube über meine Fähigkeiten sind noch immer da, schwingen immer mit, mal mehr, mal weniger. Sie haben jedoch längst nicht mehr die Macht, die sie einmal hatten. Oder besser gesagt: die Macht schon, aber ich habe gelernt, mich meinen diesbezüglichen Ängsten zu stellen. Damit habe ich immer häufiger die Möglichkeit, stärker zu sein als sie.

Ein Motto der Menschen des Musters NEUN ist: Alles verstehen, heißt alles verzeihen. Ich finde es gut, zu versuchen, das Tun des Anderen zu verstehen, denn das hilft zu verzeihen. Und das wiederum trägt meiner Meinung nach zum Frieden bei. Allerdings habe ich lange gebraucht, um zu verstehen, dass verzeihen nicht bedeutet, sich alles gefallen lassen zu müssen. Wenn mich jemand verletzt, habe ich das Recht, meine Grenzen aufzuzeigen und zu sagen: bis hierhin und nicht weiter! Inzwischen glaube ich, dass ich mir selbst und auch dem Anderen gegenüber sogar die Pflicht habe, dies zu tun. Ansonsten habe ich außer dem für das Muster NEUN charakteristischen „faulen Frieden" nichts erreicht. Für wahren Frieden mit mir selbst und mit dem Anderen ist es notwendig, meine Position zu beziehen und meine Grenzen klarzustellen.

Das zu verstehen, ist das eine – es mir Wert zu sein und mich zu trauen, es auch zu tun, ist das andere. Darin ungeübt, lasse ich mich in entsprechenden Situationen schnell von kritischen Reaktionen der Anderen verunsichern, was dazu führt, dass ich mich dumm, minderwertig und bedeutungslos fühle. Ich will am liebsten verschwinden. In dem Versuch, mich gegen die meinen inneren Frieden störenden Gefühle zu wehren, werde ich harsch und grob. Das erschrickt mich dann, so will ich gar nicht sein, ich werde innerlich starr und hoffe, dass es keiner gemerkt hat. Die Angst, damit die Berechtigung zu verlieren, Mitglied der Gemeinschaft zu sein, verstärkt sich – und die Vergeblichkeitsspirale ist in vollem Schwung.

Es ist sehr schwer für mich, mir und vor allem den anderen einzugestehen, dass ich einen Fehler gemacht habe. Das bezieht sich auf alles, was man falsch machen kann. Im Außen zum Beispiel in Bezug auf Aussprache, Kleidung, Geschmack und Interessen. Im Innen in Bezug auf mein Denken, Fühlen und daraus resultierendes Handeln bzw. Nicht-Handeln. Meine Unsicherheit, bzw. Angst besteht darin, nicht mehr gemocht zu werden, weil ich etwas falsch gemacht habe und es darum nicht wert bin, dazuzugehören. Genau genommen geht es nicht ums Fehlermachen an sich, sondern um die Angst, was passieren könnte, wenn jemand bemerkt, dass ich mich nicht angemessen verhalten habe, anderen vor den Kopf gestoßen, sie verletzt habe und dadurch unangenehm aufgefallen und auf unschöne Weise in den Mittelpunkt geraten bin.

Das Paradoxe daran ist, dass ich anderen sehr viele Fehler zugestehe und meistens alles verstehen und verzeihen kann. Logisch betrachtet, könnte ich doch anderen zugestehen, dass sie mir ebenso meine Fehler verzeihen?! Tue ich aber nicht. Also mit dem Verstand schon, aber auf der Gefühlsebene ändert diese Einsicht kaum etwas. Zack! bin ich verunsichert. Zack! verliere ich den Halt in mir. Zack! fühle ich mich ungerecht behandelt. Zack! kocht die Wut hoch – die dann unterdrückt werden muss, denn wenn die rauskommt, wird es keiner überleben und falls doch, bin ich auf jeden Fall raus aus der Gemeinschaft – das ist zumindest meine Angstphantasie. Also versuche ich, dies alles durch Nicht-Wahrnehmung zu unterdrücken. Dummerweise lässt es sich nicht ganz (weg-)wahrnehmen und bricht hier und da heraus. Und wenn es das tut, vermutlich zusammen mit all den anderen unterdrückten angesammelten „Ungerechtigkeiten", bin ich ungewohnt schroff.

Wenn ich mich nun für dieses Verhalten entschuldige, gebe ich ja damit zu, etwas falsch gemacht zu haben und begebe mich dadurch bewusst und absichtlich in einen Konflikt und in Gefahr (Verlieren des Zugehörigkeitsanspruchs). Also ist der Automatismus, mich lieber nicht für mein Fehlverhalten zu entschuldigen, sondern zu hoffen, dass es keiner gemerkt hat. Denn es wäre ja verrückt, meinen Platz in der Gemeinschaft zu gefährden, wenn das gar nicht nottäte ...

Und damit sitze ich dann wieder die nächsten hundert Jahre vor den „verschlossenen Pforten des Paradieses" (Geschichte zu Muster NEUN im 1. Buch von W. Reifarth) und lasse meine Augen zufallen – genau in dem Moment wo die Tore sich öffnen ...
Wenn ich will, dass das ein Ende hat, muss ich lernen, dass es nicht nur in Ordnung ist, wenn andere Fehler machen, sondern auch ich. Ich muss lernen, mich zu entschuldigen; die Dinge, die aus meiner Sicht schiefgelaufen sind, anzusprechen und damit in die (vermeintliche) Konfrontation gehen; dem Anderen zuzugestehen, dass er fähig und willens ist zu verstehen und zu verzeihen;
mir zuzugestehen, dass ich Zeit brauche, die Situation zu überblicken und mir die Zeit nehmen und nicht einfach losagieren;
wenn ich das Gefühl habe, vom Verhalten des anderen verunsichert zu sein, nicht ihm die Schuld geben, sondern mir zuzugestehen, verunsichert zu sein, auch wenn es schwer ist (das Gefühl will ich schnell loswerden, weil das nicht gerade ein harmonisches, friedvolles Gefühl ist).

Ein weiterer Aspekt zu diesem Thema, den ich an mir nicht mag: Wenn mich jemand anspricht, weil ich mich in seinen Augen nicht korrekt verhalten habe, nehme ich diesen Hinweis unreflektiert an und rutsche automatisch in ein Demutsgefühl – und daraus resultierend – in eine Unterwürfigkeitsgebärde. Hier möchte ich vor allem zum einen lernen, für mich zu überprüfen, ob ich das, was angemerkt wurde, selber auch so sehe und zum anderen im Bewusstsein haben, dass der Andere auch seine persönlichen Empfindlichkeiten hat und dass es damit im Bereich des Möglichen liegt, dass ich mit meinem So-Sein etwas in ihm ausgelöst habe, was ihm unangenehm ist, ohne mich tatsächlich daneben benommen zu haben.

Das Abrutschen in Unterwürfigkeit und Demutshaltung kann auch passieren, wenn mich jemand zum Beispiel einfach nur fragt, woher ich einen Menschen kenne. Eine ganz normale Frage. Doch es kann vorkommen, dass ich unbewusst dahinter eine Fangfrage, einen Hinterhalt, eine Gefahr wittere. Um dem zu entgehen und mich zu schützen, mache ich diese Bekanntschaft klein und bedeutungslos. Selbst wenn sie für mich gar nicht bedeutungslos ist! Das kommt zum Glück nur sehr selten vor, aber es kommt vor. Und dieses Verhalten finde ich wirklich richtig schlimm und schäme mich sehr dafür.

Durch die Arbeit mit dem Enneagramm habe ich verstanden, dass ich dadurch, dass ich mich oftmals nicht verstanden fühle, mich dafür einsetze, dass dann wenigstens der Andere verstanden wird. Das an sich ist sicherlich nicht verkehrt. Nur bin ich in diesem Punkt so sensibel, dass es passiert, dass ich mich zu schnell für den Anderen einsetze und ihm die Gelegenheit nehme, es für sich selber zu tun. Etwas, was ich selber gar nicht mag. Entweder ich schaffe es aus mir selber heraus oder eben nicht. Das für mich Schlimmste daran ist, dass ich mich damit davon ablenke, dass ich mich nicht mal halb so intensiv für mich selber einsetze wie für andere.

Ich fühle mich oft nicht verstanden. Nicht, weil der Andere zu blöd ist, meine Erklärungen zu verstehen, sondern, weil ich von mir glaube, zu blöd zu sein, um logisch, nachvollziehbar und verständlich zu erklären. Ich habe so gut wie immer das Gefühl, mich zu kompliziert, zu unlogisch und zu langatmig auszudrücken. Bis überhaupt einer angefangen hat, zu verstehen, was ich meine, sind schon alle „eingeschlafen". Sehr betroffen war ich, als ich verstand, dass andere meine Nachfrage „Versteht ihr?" ganz anders erleben und auf sich selber beziehen: sie denken, dass ich dächte, sie seien zu blöde, meinen Erklärungen zu folgen und mich zu verstehen. So habe ich nie gedacht. Auch nach gründlicher Überprüfung, ob da irgendein blinder Fleck wirkt, kann ich sagen, dass dem nicht so ist.

Ein kleiner Einblick zum Thema Zeit: Wenn mich jemand fragt, wie ich Zeit erlebe, würde ich sagen: „Ich fühle Zeit". Das bedeutet zum Beispiel, dass mir, wenn ein Termin ausfällt, sofort tausend Sachen von meiner To-do-Liste einfallen, die ich nun erledigen kann. Dabei bin ich so sehr angefüllt von euphorischen Gefühlen des Motiviertseins, dass ich dies alles nun endlich auch mal erledigen kann, dass ich darüber nicht im Blick habe, wie viel man tatsächlich in zwei, drei oder vier Stunden schaffen kann. Am Ende bin ich in der Regel frustriert, weil ich nicht mal die Hälfte von dem geschafft habe, was ich gefühlt hätte schaffen können. Das Einzige, was mir bisher dagegen hilft, ist, die Anstrengung zu unternehmen, mir ganz genau klar zu machen, wie lange das, was es zu tun gibt, realistisch betrachtet dauern wird und etwas Pufferzeit dazuzurechnen. Dabei kommt in der Regel raus, dass ich ein bis drei der To-do's schaffen kann. Keinesfalls zehn. Wichtig ist für mich dabei auch herauszufinden und abzugleichen, wie viel andere in welcher Zeit schaffen. Meistens glaube ich nämlich, dass ich viel weniger schaffe als andere. Darum strenge ich mich sehr an und überfordere mich oft und schiebe meine Erschöpfung meinem Mittagsdämon zu. Doch wenn ich genau hinsehe, kann ich feststellen, dass ich mir aus der Angst heraus, nicht mithalten zu können und nicht genug zu leisten, sehr viel, oftmals zu viel, zumute. Das ist ebenfalls ein heikler Punkt, bei dem ich darauf achten muss, nicht auf Grund (ungerechtfertigter) Ungerechtigkeitsgefühle und damit verbundener Schuldzuweisungen ein „Vulkan" zu werden, sondern bei mir zu bleiben und herausfinden, was ich verändern muss, damit das nicht passiert und es mir gut geht.

Eng wird es für mich, wenn ich zu viel zu tun habe und die Zeit es – rein logisch betrachtet – einfach nicht hergeben kann, dass ich alles rechtzeitig fertigbekomme. Meistens liegt das Hinterherhängen mit den To-do's an mir selber, weil ich es mal wieder nicht hinbekomme, Prioritäten zu setzen und einfach anzufangen, sondern rumtüddele. Wenn meine Erledigungs-Pläne durchkreuzt werden, weil ich z. B. krank geworden bin und nicht arbeiten kann, kann ich richtig verzweifelt und wütend werden. Nicht mal einfach krank kann ich sein. In beiden Situationen bin ich dann richtig gestresst, oftmals begleitet von Herzrasen. Dann kann ich ganz furchtbar fluchen, allerdings nur mit mir alleine. Ich schreie und heule dabei und könnte Dinge zerstören. Was ich letztendlich aber nicht tue. Früher bin ich in solchen Situationen im wahrsten Sinne des Wortes schlafen gegangen. So konnte ich wenigstens diesen schrecklichen Gefühlen von Versagen, Vergeblichkeit, Verzweiflung und Wut zu¬mindest für eine Weile entfliehen. Nach dem Aufwachen waren diese auch gar nicht mehr so schlimm, ich konnte sie gut von mir halten und einfach weiter machen, als sei fast nichts los. Die Verzweiflung und die Wut, die hochkommen, wenn es eng wird, kann ich auch durch selbstverletzendes Verhalten „weg-wahrnehmen". Ich schneide dann zum Beispiel gerne meine Fuß- und Fingernägel. Nur leider etwas kurz und so, dass die Nagelhaut oftmals blutet. Oder ich schneide mir selber die Haare. Oder schmeiße Sachen radikal und unüberlegt weg.
Seitdem ich rausgefunden habe, wie ich auf Druck reagiere, kann ich in diesen Momenten besser innehalten und mir überlegen, ob ich das jetzt alles so wie bisher machen will. Inzwischen schaffe ich es dann, mit mir selber einen inneren Dialog zu führen (der manchmal auch laut ist) und, statt zu fluchen, zu heulen und zu schreien oder mich selber zu verletzen, in die Bewegung zu gehen (zum Beispiel Fahrrad fahren, Walken, Yoga) oder mich einfach still hinzusetzen und meine Gedanken und Gefühle zu beobachten. In der Regel kommt dann die Lösung, wie ich am besten mit der Situation umgehe und die Enge konstruktiv überwinden kann.

Viele Jahre meines Lebens habe ich selber von mir geglaubt, ich sei dumm. Bis ich schließlich rausgefunden habe, dass ich nur langsam bin. Wenn ich zum Beispiel einen Text lese, weiß ich inzwischen, dass ich ihn meistens nicht gleich verstehe. Ich muss ihn drei, vier, fünfmal lesen. Ich muss ihn sacken lassen und das braucht Zeit, doch dann habe ich ihn durchdrungen und nachhaltig verstanden. Empfindlich in diesem Punkt, kann ich sehr ungehalten und wütend werden, wenn ich das Gefühl habe, für dumm gehalten zu werden. Dann muss ich aufpassen, vor Gekränktheit und Wut darüber denen gegenüber nicht verächtlich zu werden, die mich meinem Empfinden nach für dumm halten. Meine Liebesfähigkeit kann dann, zumindest für einen Weile, und wenn es ganz schlimm ist auch für eine sehr lange Weile (das kommt sehr selten vor), flöten gehen und der brennende Wunsch in mir entsteht, es denen so richtig zu zeigen und es ihnen heimzahlen. Am besten gleich allen, die mich bisher total unterschätzt haben! Ich erlebe mich dann von einer Seite, die ich einerseits an mir nicht mag und die ich andererseits toll finde. Es denen zu zeigen, mich zu zeigen, fühlt sich großartig an. Und dann ist es mir auch absolut egal, ob mich noch jemand mag oder nicht. Ich fühle mich so unglaublich stark und gut, so lebendig, als bräuchte ich niemanden mehr, als könnte ich alleine überleben. Das hat insofern etwas Erleichterndes, weil es sich wie Unabhängigsein anfühlt. Einfach ich zu sein, ohne die Angst, nicht gemocht zu werden und aus der Gruppe zu fallen (und ohne das dazugehörende Denken, Fühlen und Verhalten). Das Ganze spielt sich überwiegend innerlich ab, im Außen zeigt sich davon wenig. Wie in der Geschichte vom Affen („Der Vorwurf") in Wilfrieds erstem Buch beschrieben.

Als ich irgendwann verstanden habe, dass Wut und Aggressivität an sich keine schlechten Energien sind, hat mir das geholfen, mich mit diesen Energien in mir auseinanderzusetzen und sie konstruktiv zu nutzen. Es macht mir inzwischen unglaublich viel Spaß, diese Energien für meine detektivischen Fähigkeiten zu nutzen. Nehme ich zum Beispiel in meiner Arbeit wahr, dass etwas nicht stimmt, dass etwas ungerecht ist oder dass etwas verheimlicht und gelogen wurde, kann ich die Energie der Enttäu¬schung und Wut darüber nutzen, um ruhig und sachlich zu analysieren und herauszufinden, ob an meiner Wahrnehmung etwas dran ist. Es entsteht das Gefühl in mir, gewinnen zu wollen und ich weiß, wenn ich das will, muss ich mit Bedacht und Klugheit vorgehen. Wut, Vergeblichkeit oder Schlaf sind hier fehl am Platz. Ich finde richtig Gefallen daran und merke, wie gut es meinem Selbstwertgefühl tut, dran zu bleiben, nicht aufzugeben (ein Dank an die Sturheit, die ich hier konstruktiv nutzen kann!) und am Ende zu gewinnen. Früher habe ich diese Art von Ehrgeiz unterdrückt, mir selber vorgegaukelt, keinen zu haben, in dem Glauben, sonst kein guter Mensch zu sein. Heute kann ich ihn durchaus mal genießen.

Immer wieder holt mich der Gedanke ein, dass das alles ganz schön anstrengend und kompliziert ist, und so frage ich mich immer wieder, ob es nicht vielleicht doch sicherer ist, leichter und angenehmer, nach dem Motto zu leben: „Bring das Boot nicht zum Schaukeln!" Als ich dieses Motto schließlich überhaupt erst mal verstanden habe, ist mir klar geworden, wie oft ich mich danach verhalte! Sehr oft! In kleinsten Alltagssituationen. Ich merke es meistens zunächst nicht und falls doch, ist es schon mitten im Gange und ich schaffe es nicht, es umgehend anders zu machen. Fällt mir auf, dass gerade eine Situation entsteht, in der der Einflüsterer mich erinnert: „Bring das Boot nicht zum Schaukeln – nimm lieber die kleinere Scheibe Brot" (in Abendbrotsituation zum Beispiel), kann ich es trotzdem oft nicht einfach nicht tun (also die größere Scheibe nehmen, die ich aber gerne hätte). Ein inneres Ringen und Abwägen des Für und Wider findet statt. Die Situation bleibt aber ja nicht stehen und wartet ab, zu welchem Entschluss ich schließlich komme, was zu tun sei, wenn ich dem Einflüsterer nicht folgen will und so ist es oftmals so, dass ich ihm doch schließlich nachgebe. Es scheint einfacher zu sein. Immer wieder. Immer öfter mache ich dann jedoch die Erfahrung, dass ich nicht nur enttäuscht und frustriert davon bin, gegen mich gehandelt zu haben, sondern, dass es auch im Außen nicht zu dem eingeflüsterten Ergebnis führt, nämlich, dass es zum Erhalt des Friedens miteinander beiträgt. Allerdings ist es auch so, dass, wenn ich es geschafft habe, den Einflüsterungen nicht Folge zu leisten, die Erfahrung mich oftmals dennoch nicht mit Zufriedenheit belohnt. Denn in der Regel habe ich mich in diesen Situationen zwar für mich, aber dafür gegen jemand anderen entschieden. Insbesondere, wenn dies ein mir bedeutsamer Mensch ist, ist es schwer, das sich Für-Mich-Entscheiden wirklich zu genießen. Selbst, wenn ich versuche herauszufinden, ob das Teil des Einflüstererprogramms meines Dämons ist, ist es ein echtes Dilemma, weil es die Vergeblichkeitsspirale befördert.

Hier gilt es, wach zu bleiben und nicht in den Schlaf der Überanstrengung und Vergeblichkeit zu sinken, sondern mich darin zu üben, mich ohne Bewertung der Situationen zu erinnern. Quasi wie Gurdjieff rät, ein Bewusstseinslicht darauf zu werfen in dem Wissen und Vertrauen, dass allein das Änderung bringen wird.

Schließlich hatte ich die Gelegenheit, die Enneagramm-Lehrer-Weiterbildung beim DEZ zu machen. Als Projekt habe ich einen Enneagramm-Einführungskurs gegeben. Ich! Unglaublich! Dass ich mich das tatsächlich getraut habe! Mich derartig in den Vordergrund zu stellen (bis heute überkommt mich immer mal wieder ein Anflug von Angst vor meiner eigenen Courage). Dann das Lob der Teilnehmenden! Alle sind sehr zufrieden und halten mich für fähig, zu lehren und zu leiten! Das passt kaum zu meiner Selbstwahrnehmung. An Stellen wie dieser brechen die Verwicklungstendenzen meines Musters immer wieder durch, lassen mich zweifeln an meinem Können, Wissen und Wert. Dabei bin ich stets bemüht, die Freude über das mir entgegengebrachte Lob zu unterdrücken und zu verbergen, um bloß zu vermeiden, am Ende als Angeberin dazustehen. Das finde ich wirklich traurig und als mir klar wurde, dass ich das mache und um was ich mich und auch die anderen bringe, übe ich mich darin, das Lob anzunehmen und es wenigstens ein bisschen zu genießen. Die schwerste Arbeit ist hier wohl, ein gesundes Gleichgewicht zu finden zwischen Unter- und Überschätzung. Und mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass niemandem damit gedient ist, wenn jemand sein Licht unter den Scheffel stellt. Das gilt nicht nur für andere, sondern (tatsächlich) auch für mich.

Das ist in manch einem Bereich meines Lebens Thema, verbunden mit erheblicher Anstrengung, die mich bis heute immer mal wieder denken lässt: „Ach hätte mich das Enneagramm doch niemals getroffen, dann könnte ich einfach entspannt vor mich hinleben (um nicht hindämmern zu sagen) und bräuchte mich nicht am laufenden Band anzustrengen". Wenn diese Art Gedanken kommen, weiß ich: Die Musterfalle will zuschnappen! Und ich weiß es als Zeichen zu nehmen, mich zu fragen: Was ist los? Was in mir fühlt sich wodurch gestört? Gibt es etwas zu tun, zu verändern, anzusprechen, zu klären?

Dazu gehört für mich auch, „mich dem Fluss des Lebens anvertrauen". Was bedeutet das für mich? Eine Weile in meinem Leben habe ich geglaubt, dass es heißt, ich brauche nichts tun. Das Leben führt mich, ich muss mich nur anvertrauen und alles geschieht, wie es sein soll. Und so war und ist es gewissermaßen ja auch. Alles hat sich in meinem Leben ergeben und gefügt. Ich brauchte selten aktiv werden, damit etwas passierte oder sich ergab. Es kam etwas in mein Leben und ich musste es nur annehmen, nur folgen. Mit der Zeit fing ich an zu begreifen, dass es zwar eine Möglichkeit ist, so zu leben, diese jedoch die Gefahr birgt, dass ich „gelebt werde" und dass Dinge gesche¬hen, die nur geschehen sind, weil ich mich (vermeintlich) vertrauensvoll hingegeben habe. Ich habe erkannt, dass auf diese Weise zu leben bedeutet, der Acedia, der Leidenschaft des Musters NEUN, erlegen zu sein. Ich habe erkannt, dass das Sich-dem-Leben-anvertrauen nicht heißt, nicht mitzulenken. Ja, das Boot treibt auch so auf dem Wasser herum und wird irgendwo ankommen. Wahrscheinlich einfach in der Uferböschung stecken bleiben oder den Wasserfall hinabstürzen oder auf einem schönen See herumdümpeln. Will ich das nicht, will ich nicht, dass ich durch andere gelebt werde, ist es erforderlich, mein Boot selber zu lenken, es durch den Fluss meines Lebens selber zu steuern. Selber mitzudenken, zu entscheiden für Ja oder eben auch Nein, mich vor den Herausforderungen des Lebens nicht zu verkriechen, sondern mich ihnen mutig zu stellen, mir meiner Fähigkeiten bewusst zu sein und sie zur Verfügung zu stellen. Mir selbst und der Gemeinschaft. Mich nicht hinter meiner Angst zu verstecken ich könnte als „Angeberlein" (Seelenkind der NEUN) abgetan werden, sondern mir klar zu machen, dass das Enneagramm ja nicht umsonst aus neun Mustern besteht. Alle sind gleichwertig und wichtig für die Welt und für ein gelingendes Zusammenleben. Auch ich als ein Mensch des Musters NEUN habe meinen Teil zu leisten und werde gebraucht.

Das Enneagramm lehrt uns, uns selbst und den Anderen auf eine Art anzuschauen und zu verstehen, die es ermöglicht, uns darin zu üben, unser Denken, Fühlen und Handeln menschlicher werden zu lassen. Uns selbst und dem Anderen gegenüber.

Dafür gebe ich gerne allen vermeintlichen Frieden her – und alle Bequemlichkeit sowieso! Denn was bedeutet schon ein bisschen Anstrengung im Vergleich zu wahrem Frieden, zu reiner Liebe und echter Menschlichkeit!

„Möge die Übung gelingen!"

Karla-Sophie

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